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Nordlichter fotografieren

Nordlichter fotografieren ist kein Hexenwerk und auch ohne Profiausrüstung machbar!

 

Um Nordlichter einzufangen, muss möglichst viel Licht in die Linse kommen. Da es aber dunkel ist, wenn das Phänomen auftritt, müssen gewisse Dinge beachtet werden. Eine Spiegelreflexkamera ist nicht zwingend erforderlich, aber von Vorteil. Hauptsache raus aus dem Automatikmodus! 

 

1. Zum einen braucht man eine offene Blende, man muss also eine möglichst niedrige Blendenzahl, beispielsweise Blende 4 oder kleiner, in der Kamera einstellen. Unsere Fotos sind mit einer Blende 2,8 entstanden.

 

2.    Zusätzlich muss man längere Zeit belichten. Doch Vorsicht: wenn man zu lange belichtet, ist der Himmel zwar schön hell und grün, aber die Strukturen der Nordlichter nicht mehr so deutlich zu erkennen oder das Bild brennt aus. Die Belichtungszeit hängt auch teilweise von der Intensität der Nordlichter ab. Sind sie mit bloßem Auge sehr leuchtend zu sehen, also sehr stark, dann reichen eventuell schon 1-2 Sekunden. Sind sie schwächer, muss man länger belichten.

 

3.     Beachte die 500er Regel, dass die Sterne nicht ziehen:

-        bei einer Vollformatkamera rechnet man 500 durch die Brennweite, in unserem Fall also 14 mm. So erhält man die Zeit, die man höchsten belichten sollte, ohne dass die Sterne ziehen. Also 500 / 14 = 35 Sekunden.

-        Bei einem APSC-Sensor rechnet man 300 durch die Brennweite

4.   Auch den ISO-Wert sollte man manuell einstellen. Bei einem APSC-Sensor bleibe unter 1.600, bei Vollformat stelle höchsten 6.400 ein. Wenn möglich eher etwas niedriger, um starkes Bildrauschen zu vermeiden.

 

5.    In der Nacht funktioniert der automatische Fokus nicht, Stelle daher den Fokus auf manuell und auf unendlich. Ausnahme: wenn du ein Objekt mit Taschenlampe beleuchtest oder der Mond sehr hell scheint und du ein Objekt im Vordergrund hast, funktioniert der automatische Fokus eher.

 

6.    Um möglichst viel Himmel und Landschaft auf das Foto zu bekommen, empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv. Wir haben für unsere Fotos ein 14 mm Objektiv verwendet.

 

7.   Um das Foto nicht zu verwackeln, braucht man ein Stativ. Diese gibt es auch in verschiedenen Größen und auch für kleinere Kameras. Hauptsache die Kamera steht während der Aufnahme ganz still. Benutze den Selbstauslöser (oder einen Funkauslöser), um nicht beim Auslösen an der Kamera zu wackeln. 

 

8.    Stelle deine Kamera so ein, dass die Fotos als RAW-Dateien gespeichert werden. So kannst du im Anschluss besser nachbearbeiten und noch mehr Licht aus den Fotos herausholen.

 

9.  Achte auf die Lichtverschmutzung. Je mehr Lichter um einen herum sind (also in Ortschaften), desto schlechter ist es, die Nordlichter zu sehen. Fahre deshalb lieber hinaus aufs Land, wo es wenig Lichter gibt!

 

 

Viel Spaß beim Fotografieren, wir freuen uns auf eure Ergebnisse!


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